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Welcher Großhändler ist am günstigsten? So vergleichen Sie Einkaufspreise
Stand: 07.11.2026
Welcher Großhändler am günstigsten ist, zeigt nicht die Preisliste, sondern der Vergleich der Gesamtkosten je verkauftem Stück: Stückpreis, Verpackungseinheit, Versand, Mindestmenge, Pfand, MHD-Abschriften, gebundenes Kapital und Zahlungsbedingungen. Im Rechenbeispiel unten liegt derselbe Lieferant bei gutem Abverkauf vorn und bei schwachem klar hinten. Alle Zahlen darin sind frei erfunden. Stand: November 2026.
Warum reicht der Stückpreis nicht?
Der Stückpreis sagt, was ein Artikel kostet, wenn alles gut läuft. Er sagt nichts darüber, wie viele Stück Sie abnehmen müssen, was die Lieferung kostet und ob Sie die Ware rechtzeitig verkaufen.
Ein Lieferant mit niedrigem Preis und großer Mindestmenge kann Ihnen deshalb teurer kommen als einer mit höherem Preis und kleinen Mengen. Es kann aber auch umgekehrt sein. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, und wer sie verspricht, kennt Ihren Abverkauf nicht.
Welche Kosten gehören in den Vergleich?
Stückpreis: netto, für dieselbe Größe und denselben Artikel. Bei unterschiedlichen Füllmengen rechnen Sie auf 100 g oder 100 ml um.
Verpackungseinheit (VE): Sie legt fest, wie viele Stück Sie mindestens nehmen. Ein großer Karton bindet mehr Geld und läuft länger.
Versand: je Bestellung, bezogen auf die Stückzahl. Achten Sie auf Freigrenzen, Speditionskosten und Zuschläge.
Mindestmenge oder Mindestbestellwert: Sie zwingen Sie zu Mengen, die Sie sonst nicht bestellt hätten.
Pfand: Bei Getränken vergleichen Sie immer ohne Pfand und rechnen die Bindung separat.
MHD-Abschriften: Was nicht rechtzeitig verkauft wird, zahlen die verkauften Stück mit.
Gebundenes Kapital: Geld im Lager fehlt anderswo oder kostet Zinsen.
Zahlungsbedingungen: Vorkasse oder Zahlungsziel, gegebenenfalls Skonto.
Wie rechnen Sie die Kosten je verkauftem Stück aus?
Die Formel ist einfach: Warenwert der Bestellung plus Versand plus Kapitalkosten, geteilt durch die Stückzahl, die Sie tatsächlich verkaufen, bevor das MHD abläuft.
Entscheidend ist der Nenner. Teilen Sie nicht durch die bestellten, sondern durch die verkauften Stück. So fließt die Abschrift automatisch ein.
Für die Kapitalkosten genügt eine Näherung: Bestellwert inklusive Versand mal durchschnittliche Bindungsdauer in Monaten mal Monatszins. Die Bindungsdauer ist etwa die halbe Verkaufszeit, abzüglich eines Zahlungsziels. Als Zins nehmen Sie, was Ihr Kontokorrent kostet.
Rechenbeispiel mit erfundenen Musterzahlen: Lieferant A gegen Lieferant B
Wichtig: Alle Zahlen in diesem Abschnitt sind frei erfundene Musterzahlen zur Veranschaulichung. Es sind keine echten Preise, weder von MDH noch von anderen Anbietern. Beispielhaft ist ein Snack ohne Pfand. Angenommen werden 8 % Zinsen im Jahr und ein Verkaufsfenster von 6 Monaten bis zum MHD.
Lieferant A (Beispiel): Stückpreis 1,00 Euro, VE 12 Stück, Versand 7 Euro je Bestellung, kein Mindestbestellwert, Zahlung sofort. Sie bestellen 4 Kartons, also 48 Stück. Warenwert 48 Euro, mit Versand 55 Euro.
Lieferant B (Beispiel): Stückpreis 0,85 Euro, VE 30 Stück, Mindestbestellwert 250 Euro, ab dort versandfrei, Zahlungsziel 30 Tage. Die kleinste mögliche Bestellung sind 10 Kartons, also 300 Stück für 255 Euro.
Fall 1, Sie verkaufen 40 Stück im Monat. Bei A sind die 48 Stück in 1,2 Monaten weg. Kapitalkosten rund 0,22 Euro, gesamt 55,22 Euro, geteilt durch 48 ergibt rund 1,15 Euro je verkauftem Stück. Bei B verkaufen Sie in 6 Monaten 240 Stück, 60 bleiben übrig. Kapitalkosten rund 3,40 Euro, gesamt 258,40 Euro, geteilt durch 240 ergibt rund 1,08 Euro je verkauftem Stück. B liegt vorn, trotz Abschrift.
Fall 2, Sie verkaufen 25 Stück im Monat. A bleibt mit Kapitalkosten von rund 0,35 Euro bei rund 1,15 Euro. Bei B gehen nur 150 Stück vor dem MHD weg, 150 bleiben liegen. Die 258,40 Euro verteilen sich auf 150 Stück, das ergibt rund 1,72 Euro. Jetzt liegt A klar vorn, obwohl sein Stückpreis höher ist.
Was zeigt das Beispiel?
Beide Lieferanten bleiben dieselben, nur Ihr Abverkauf ändert sich. In diesem Muster kippt das Ergebnis bei etwa 38 Stück im Monat: Darüber liegt B vorn, darunter A. Rechnen Sie diese Schwelle für Ihre wichtigsten Artikel aus.
Das Beispiel ist vereinfacht. Restware zum reduzierten Preis verbessert B etwas. Lagerplatz, eigene Arbeitszeit und Retouren fehlen. Nach dem MHD ist der Verkauf laut Verbraucherzentrale (Stand 2. Oktober 2025) nicht automatisch verboten, doch dann prüfen Sie die Ware, weisen auf das Datum hin und tragen selbst die Verantwortung. Für Trendartikel kommt ein Risiko hinzu, das keine Formel zeigt: Der Hype kann enden, bevor der Karton leer ist.
Wie gehen Pfand und Umsatzsteuer in den Vergleich ein?
Das Pfand ist kein Preisbestandteil. Es beträgt nach § 46 VerpackDG mindestens 25 Cent einschließlich Umsatzsteuer je pfandpflichtiger Einweg-Getränkeverpackung und wird auf allen Handelsstufen erhoben; Standbodenbeutel und einige andere Verpackungen sind ausgenommen. Ihre Kunden zahlen es beim Kauf, bei der Rückgabe erstatten Sie es. Im Online-Handel müssen Sie dafür geeignete Rückgabemöglichkeiten in zumutbarer Entfernung zum Kunden bieten. Das Pfand bindet Geld: Bei einem Karton mit 24 Dosen sind das 6 Euro. Vergleichen Sie Angebote deshalb ohne Pfand und achten Sie darauf, dass nicht ein Lieferant mit und einer ohne Pfand auftritt.
Vergleichen Sie außerdem nur Netto mit Netto. Eine Ausnahme kann die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG sein: Wer sie nutzt, kann die Vorsteuer in der Regel nicht abziehen, für ihn zählt dann der Bruttopreis. Klären Sie das mit Ihrem Steuerberater.
Welche Fragen sollten Sie jedem Lieferanten stellen?
1. Wie viele Stück enthält die VE? 2. Gibt es einen Mindestbestellwert oder eine Mindestmenge je Artikel? 3. Was kostet der Versand, und ab wann fällt er weg? 4. Welches MHD hat die Charge, die ich bekomme? 5. Wird Pfand getrennt ausgewiesen? 6. Welche Zahlarten und Zahlungsziele gelten? 7. Wie schnell kann ich nachbestellen?
Die letzte Frage wird oft unterschätzt. Liefert ein Lieferant in ein bis zwei Tagen nach, brauchen Sie weniger Bestand und binden weniger Geld. Wie sich Kartons und Paletten in der Praxis unterscheiden, erklärt der Ratgeber Bestellmengen vom Karton zur Palette, die passende Restlaufzeit der Ratgeber MHD und Restlaufzeit.
Wie vergleichen Sie MDH Distribution?
Ob wir für Sie günstiger sind, können wir hier nicht sagen, denn das hängt von Ihrem Abverkauf ab. Preise zeigen wir nur Gewerbekunden: Nach der Registrierung mit Gewerbenachweis und der Freischaltung, meist in 1–2 Werktagen, sehen Sie Preise und Staffeln und können mit der Formel oben rechnen.
Die übrigen Werte kennen Sie schon vorher: Kein Mindestbestellwert, Bestellung in ganzen Kartons, DHL-Paket innerhalb Deutschlands 9,99 €, bei großen Mengen Spedition, Abholung im Lager Mettmann kostenlos. In Deutschland liefern wir in der Regel in 24–48 Stunden. Wir liefern in alle EU-Länder; mit gültiger EU-USt-ID ohne deutsche Mehrwertsteuer, ohne gültige Nummer mit 19 %.
Quellen
- § 46 Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) vom 13.07.2026 (gesetze-im-internet.de, abgerufen 07.11.2026)
- § 19 Umsatzsteuergesetz, Kleinunternehmer (gesetze-im-internet.de, abgerufen 07.11.2026)
- § 15 Umsatzsteuergesetz, Vorsteuerabzug (gesetze-im-internet.de, abgerufen 07.11.2026)
- Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist nicht gleich Verbrauchsdatum (Verbraucherzentrale, Stand 02.10.2025)
Häufige Fragen
Welcher Großhändler ist am günstigsten?
Das lässt sich pauschal nicht sagen. Es zeigt nur der Vergleich der Gesamtkosten je verkauftem Stück für Ihre Artikel und Ihren Abverkauf. Bei MDH Distribution sehen Sie die Preise nach der Freischaltung und können ohne Mindestbestellwert mit einem Karton vergleichen.
Warum zeigen manche Großhändler ihre Preise nicht öffentlich?
Weil Großhandelspreise nur für Gewerbekunden gelten. MDH zeigt Preise deshalb erst nach der Prüfung des Gewerbenachweises. Bedingungen wie Versand und Mindestmengen sollten trotzdem vorab klar sein.
Lohnt sich eine größere Bestellung für einen besseren Preis?
Nur wenn Sie die Menge vor dem MHD verkaufen. Prüfen Sie, ob die Ersparnis je Stück höher ist als die Kosten für Abschriften und gebundenes Kapital.
Gehört Pfand in den Preisvergleich?
Nein. Vergleichen Sie ohne Pfand und rechnen Sie das gebundene Geld separat, auch für zurückgenommenes Leergut.
Vergleiche ich netto oder brutto?
In der Regel netto. Kleinunternehmer ohne Vorsteuerabzug rechnen eher mit Bruttopreisen. Fragen Sie im Zweifel Ihren Steuerberater.
Wie berücksichtige ich Ware, die ich nicht verkaufe?
Teilen Sie die gesamten Kosten durch die verkauften Stück, nicht durch die bestellten. So tragen die verkauften Stück die Abschrift automatisch mit.
Was kostet der Versand bei MDH?
Innerhalb Deutschlands 9,99 € per DHL-Paket, große Mengen gehen per Spedition, die Abholung in Mettmann ist kostenlos.
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